Allerheiligen in der Woodland Cemetery

 

Am 1. November war Allerheiligen – auch in Schweden ein groÃ?er Feiertag. Die Schweden sind aber ein sehr praktisches Volk: Allerheiligen ist kein nationaler Feiertag, deshalb ist das super-unpraktisch, wenn so ein Tag unter der Woche liegt und man nicht arbeiten kann. Deshalb wird das einfach am darauffolgenden Samstag gefeiert, in diesem Falle also dem 3. November!

Einer Blog-Empfehlung folgend haben wir uns an diesem Tag auf den Weg in den SkogskyrkogÃ¥rden (Woodland Cemetery) gemacht, einem groÃ?en Waldfriedhof und UNESCO-Weltkulturerbe in Stockholm. Da waren wir allerdings nicht die einzigen: Fast eine Viertelstunde haben wir gebraucht, um vom U-Bahnsteig herunter zu kommen… aber es hat sich gelohnt, und in dem weitläufigen Gelände auch recht schnell verlaufen. Unmengen an Kerzen haben die Gräber erleuchtet, und auf einem Hügel waren lange Tische in einem Rechteck mit hunderten Kerzen belegt. Eine wirklich tolle Stimmung, die ich versucht habe in einigen Bildern festzuhalten.

Abschiedsdinner für Mitbewohner

 

Ende Oktober mussten wir unseren deutschen Korridormitbewohner verabschieden, der seine Diplomarbeit beendet hat und nun nach München zurückgekehrt ist. Aber der letzte Abend wurde mit einem Festmahl zelebriert, in dem es unter anderem die im Foto abgebildete Köstlichkeit gab: Kaviar auf Avocados! Mehr Bilder von dem Abend gibt es in der Gallery.

Herbstwandern im Skuleskogen Nationalpark

Die Fotos sind zwar schon etwas länger in der Gallerie, aber nun auch ein paar Worte Text dazu:

Am Freitag, 19. Oktober, fuhren wir per Fernbus ca. 500 km in den Norden, um zu zweit das wohl letzte wandergeeignete Wochenende zu nutzen. Dafür hatten wir den Skuleskogen Nationalpark ausgewählt, der im Gebiet der Höga Kusten (High Coast) liegt. Die Wettervorhersage versprach weitestgehend trockenes Wetter mit Temperaturen knapp über 0. Die Busfahrt dauerte fast acht Stunden und da der früheste Bus erst um 8.00 Uhr in Stockholm losfuhr, kamen wir gerade einmal eine Stunde vor Sonnenuntergang in Docksta an – einem kleinen Dorf an der E4, ca. 10 km vom Nationalpark entfernt. Deshalb war es nicht mehr möglich am Freitag noch in den Nationalpark zu laufen, sondern stattdessen suchten wir einen Camping-geeigneten Platz in der Nähe des Infocenters auÃ?erhalb von Docksta. Wir hatten Glück, dass noch eine Mitarbeiterin in dem eigentlich bereits geschlossenen Infocenter anwesend war, die uns dann gleich noch sehr freundlich mit einer Karte und einem Tipp für einen Nachtplatz ausstatten konnte. Dort nach ca. 15 Minuten angekommen schlugen wir das Zelt auf, kochten noch eine Kleinigkeit und verzogen uns dann wegen der Kälte schnell in den Schlafsack.

Die Nacht war etwas kalt, vor allem Steffi fror recht stark, und morgens beim Aufstehen durften wir eine dicke Frostschicht vom Zelt entfernen. Dafür waren auch sämtliche Pflanzen damit übersät, was eine tolle Stimmung erzeugte.

Die 10 km in den Nationalpark folgten wir dem High Coast Trail (Weitwanderweg durch das Gebiet der Höga Kusten, der auch den Skuleskogen Nationalpark durchquert), der zwar landschaftlich schön auf der Höhe und immer wieder im Wald verlief, aber leider auch völlig durchgeweicht, meist mehr Bach als Weg war. Das Gehen war dementsprechend mühsam, weil man ständig versuchen musste tiefe Pfützen zu umgehen oder zu überspringen und es dauerte auch deutlich länger als erwartet den Parkeingang zu erreichen. Dort genossen wir den Ausblick auf den Bottnischen Meerbusen beim Mittagessen.

Wir folgten auch weiter dem High Coast Trail, der im Park nun deutlich besser beschaffen war, durch Wälder und gletschergeschliffene Felsen bis zur Slåttdalsskrevan, einer Felsschlucht mit bis zu 40 Meter hohen Wänden, die auch das natürliche Highlight des Parks darstellt. Von oben hat man au�erdem einen tollen Blick über den nördlichen Teil des Parks und kann vor allem schon die kleine Schutzhütte entdecken, die unterhalb zwischen zwei Seen liegt und die wir auch eine halbe Stunde später erreichten. Mit Holzofen, Tisch und vier Betten angenehm ausgestattet konnten wir es uns darin recht gemütlich machen. Leider zog der Ofen nicht richtig ab, so dass das Feuer immer wieder ausging und wir die Hütte nicht richtig heizen konnten. Dennoch war die Nacht wärmer als die vorhergehende.

Am Sonntag folgten wir dem Trail noch ein kurzes Stück, zweigten dann Richtung Küste ab und folgten dieser auf zwei Halbinseln, auf denen wir an einer der Schutzhütten Mittagspause einlegten. Von dort zurück an die Küste und diese weiter entlang nach Süden erreichten wir unsere zweite Schutzhütte. Zunächst entdeckten wir nur die alte, die schon recht gezeichnet von Wind und Wetter vor allem Steffi nicht überzeugen konnte… doch ein genauerer Blick (auf das groÃ?e Schild an der Eingangstüre) offenbarte eine 150 m entfernte, erst zwei Monate zuvor geöffnete neue Hütte. Wunderschön am Strand gelegen, mit gröÃ?eren Fenstern deutlich heller und mit super Ofen ausgestattet, konnten wir es uns in dieser Hütte so richtig warm und gemütlich machen.

Am nächsten morgen genossen wir noch den Sonnenaufgang über der Meeresbucht bevor wir uns auf den Weg zurück nach Docksta und zur Bushaltestelle machten.

Skuleskogen überzeugte mit toller, wirklich idyllischer Natur: Seen, Sümpfe, Erhebungen und Wälder sind tatsächlich wie Schweden aus dem Bilderbuch. Dazu nahezu alleine unterwegs und keinen Tropfen Regen – was will man mehr!