Die ersten zehn Tage in Schweden

Hej!

Nun sind es schon zehn Tage, die ich hier in Stockholm bin, und es gibt eine kurze Zusammenfassung, was so alles passiert ist. Nachdem wir in Arland gelandet sind, fuhren wir zunächst direkt zum Wohnheim in Lappis, wo wir von unseren beiden Vorreitern (die schon ein paar Tage länger da waren) an der U-Bahn abgeholt wurden. Da wir an einem Sonntag ankamen, konnten wir nicht direkt unsere Zimmer beziehen, sondern erst am nächsten Tag die Schlüssel abholen. Deshalb zogen wir bei den beiden für eine Nacht ein. Den ersten Nachmittag nutzten wir noch für einen kleinen Bummel durch die Innenstadt.

Montag holten wir unsere Schlüssel ab, trafen uns kurz mit unserem zuständigen Professor und fuhren zurück ins Wohnheim. Mein Zimmer ist ebenfalls in Lappis, Steffis leider weit auÃ?erhalb in Tyresö – weshalb wir wohl die meiste Zeit zusammen in Lappis verbringen werden. Das erste Problem trat auf, als wir versuchten das Zimmer zu öffnen, was aufgrund von hakeligem Schloss und verbogenem Schlüssel schlichtweg unmöglich war. Zum Glück gibt es eine ganze Schar von Hausmeistern, die man tagsüber telefonisch erreichen kann, die schlieÃ?lich mit Ã?l anrückten und das Problem damit (vorläufig?) behoben.
Das Zimmer selbst ist schön, recht geräumig mit riesigem Schrank, Bett, Schreibtisch, Regal, Beistelltisch, Nachttisch, 2 “Sesseln” und Stühlen. AuÃ?erdem eigenes Bad mit Dusche und WC, das vor allem auch ordentlich aussieht und nicht so ein Plastikobjekt ist, wie es sich auch in Flugzeugen findet. Das kostet allerdings auch sein Geld… so wie alles hier in Stockholm: Nicht nur die hohen Steuern (v. a. Mehrwertsteuer, aber auch Alkoholsteuer…) sondern auch der schwache Euro lassen das Budget leider ganz schön schrumpfen. Die ersten Einkäufe im Supermarkt waren sehr asketisch, mittlerweile haben wir uns aber schon ein bisschen akklimatisiert.
Die Küche teilt man sich mit den übrigen Bewohnern (insgesamt 10), ist erfreulich gut ausgestattet und inzwischen auch sauber… nachdem bei einem gemeinsamen Fluressen ein paar Regeln abgesprochen und einmal ordentlich zusammen geräumt wurde. AuÃ?erdem war am Mittwoch eine Putzkolonne von SSSB (Stiftung, die Studentenzimmer vermietet) da, die Flur, Küchenboden und Gemeinschaftsraum geputzt hat.
Der Wohnheimscampus selbst ist gut ausgestattet – mit eigenem Supermarkt, Sport-Bar/Restaurant, Thai-Schnellimbiss, Sauna, Waschmaschinen & Trockner (kostenlos), Fitnessraum, Sauna, Grillplätzen, … und mit 10 Minuten FuÃ?weg ist man bei der U-Bahn, die eine Station bis zum KTH-Hauptcampus benötigt.
Bilder vom Zimmer gibt es erst, wenn ein bisschen zusammengeräumt ist, aber das Wohnheim von au�en gibt es schonmal hier.

Nachmittags fuhren wir nach Tyresö, was ziemlich genau eine Stunde von der Uni entfernt mit U-Bahn und Bus zu erreichen ist. Das Zimmer dort ist ebenfalls schön und geräumig, allerdings mit geteilter Küche und Bad. Vorläufig wird das wohl unsere Basis bleiben, wenn wir in den Tyresta Nationalpark südlich von Stockholm wollen.

Die Vorlesung starteten erst am Freitag, so hatten wir einige freie Tage, die wir sowohl mit Oranisationskram als auch mit Sightseeing verbrachten. So spazierten wir z. B. einen Nachmittag durch DjurgÃ¥rden, eine Art Garteninsel östlich vom Stadtzentrum, mit zahlreichen Museen und Villen sowie viel Wald (Bilder hier). Wann anders waren wir in Södermalm, von meinem Empfinden her bisher vor allem im Norden das Viertel mit dem meisten Charme: schmale Gässchen, die auf dem Katharinahügel liegen, und ein belebter Medborgarplatsen südlich am FuÃ?e dessen (Bilder). Sehr schön natürlich auch die Altstadt “Gamla Stan”, die aber aufgrund der Massen an Touristen viel Attraktivität einbüÃ?t (Bilder).

Ansonsten haben wir viel Zeit mit Organisationskram an der und um die Uni verbracht: (vorläufiger) Studentenausweis, Bibliothekskarte, Schlüsselkarte, Nahverkehrsticket, Zulassung, … inzwischen wurden wir überhäuft mit Plastikkarten und noch viel mehr PINs – ohne Handynotizen ist man da verloren! Ã?berhaupt Plastikkarten: Hier wird alles mit Kreditkarte bezahlt: Supermarkt, Bars, Restaurants, Kiosk, sogar Clubs: fast immer mit Kreditkarte.
Probleme gibt es vor allem mit dem Stundenplan: bei manchen Vorlesungen gibt es immer noch keine Termine (Semester läuft seit einer Woche nun), andere mussten wir erst überzeugen, dass sie diese Vorlesung doch anbieten sollen.

Steffi hat sich dann zwischenzeitlich irgendwoher eine Erkältung organisiert, die sie nun rundherum verteilt. Seit Sonntag Abend verbringen wir beide viel Zeit im Bett und versuchen Husten, Schnupfen und immer mal wieder Fieber los zu werden. Zum Glück bietet die Apotheke 10% Student-Discount… Wenig hilfreich war das sicher, dass wir zusammen mit Julian, der uns seit Samstag besucht, Sonntag im Tyresta-Park wandern waren, und dabei in ein schönes Gewitter mit Dauerregen geraten sind. Reichlich nass und auch etwas ausgekühlt kehrten wir davon zurück. Das Wetter ist generell wechselhaft, aber immerhin überwiegend schön – leider aber meist ein bisschen kalt. Vor allem wenn sich Wind und Sonne abwechseln, zieht man doch sehr häufig Pulli oder Jacke an und wieder aus.

Soweit die ersten Eindrücke, zum Auskurieren lege ich mich jetzt wieder ins Bett…